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Sitzung der Klasse Naturwissenschaften
16. November 2000

Dipl.-Ing.oec. Lothar Rosenhahn, Königstein:
Die Besonderheiten bei der Sanierung des ehemaligen Wismut-Uranbergbaubetriebes Königstein im Landschaftsschutzgebiet der Sächsischen Schweiz

Herr Rosenhahn (62) kennt den Bergbau "von der Pike auf": Mit 15 Jahren wurde er Hauer im Steinkohlenwerk; nach dem Studium an der Bergakademie Freiberg war er Steiger, Reviersteiger, Obersteiger, Hauptingenieur und von 1969 bis 1990 Betriebsdirektor in einem Bergbaubetrieb der SDAG Wismut (Uranbergbau). Seit 1990 ist er Betriebsdirektor des Sanierungsbetriebes Königstein der WISMUT GmbH mit den Standorten Königstein und Dresden-Gittersee; bis 1999 war er Mitglied des Aufsichtsrats der WISMUT GmbH.

Der Aufschluß der Lagerstätte Königstein begann 1964, die planmäßige Uranerzgewinnung setzte 1967 ein. Bis Anfang der 80er Jahre dominierte die Gewinnung des Erzes mit konventionellen Abbauverfahren; ab 1984 wur-de das Uranerz mit einer schwefelsauren Lösung aus dem Gestein gelaugt. Bis 1990 - dem Ende der Urangewin-nung - wurden so etwa 18 000 Tonnen Uran gefördert. Der offene Grubenhohlraum betrug rd.1,47 Millio-nen m³ und umfaßte ein Strecken-netz von ca.118 km.
Um die Folgen des Laugens mit den hydrogeologischen Verhältnissen in einen ökologisch verträglichen Einklang zu bringen, setzten sich die Sanierer zwei Hauptziele:
· Die über der Lagerstätte ("im Hangenden") vorhandene wasserundurchlässige Schutzschicht musste erhalten und abgedichtet werden, um die Lagerstätte dauerhaft von Grundwasserleitern zu trennen, die der überregionalen Trinkwassergewinnung dienen.
· Der untere, durch die Bergbauaktivitäten gestörte Grundwasserleiter war zu restaurieren.
Danach wird die Grube Königstein geflutet, indem man weniger Wasser abpumpt, als natürlicherweise einsickert. Dafür wurden mehrere Varianten untersucht, bis man sich dafür entschied, eine Kontrollstrecke aufzufah-ren, mit der das Fluten kontrolliert und gesteuert werden kann, sowie über Tage eine Anlage zu errichten, in der das kontaminierte Flutungswasser gereinigt wird.
Bisher sind über 500 000 m³ Hohlraum im Rahmen von Experimentalflutungen unter Wasser gesetzt. Der Beginn der endgültigen Flutung ist für Januar 2001 geplant.

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Aktualisiert am: 13.11.2000