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Sitzung des Plenums
15. Juni 2000
Dr. Waltraud Seidel-Höppner:
"Frühsozialistisches Demokratieverständnis. Kritik und Anspruch"
Dr. Seidel-Höppner (72) ist Mitglied der Leibniz-Sozietät seit 1999.
Sie arbeitete bis 1989 am Institut für Geschichte der Akademie der Wissenschaften
der DDR und veröffentlichte Studien und Quellentexte zum deutschen und
französischen Sozialismus und Kommunismus vor Marx. Der Vortrag behandelt
den in der politischen Geschichtsschreibung weitgehend ignorierten Beitrag
des vormarxschen Sozialismus und Kommunismus zum politischen Denken des
19. Jahrhunderts, insbesondere die Kristallisation einer neuen Auffassung
von Demokratie und die Herausbildung der Konzeption einer sozialen Revolution.
Beides führte am Vorabend der Revolution zur Profilierung eines sozialen
Republikanismus, der den Revolutionen von 1848/49 in Frankreich wie Deutschland
von Anbeginn ein neues Gepräge gab. Vorgestellt wird - als doppelläufiger
Prozess im Spiegel eines vorrevolutionären Jahrzehnts - das ambivalente
Ver-hältnis des vormarxschen Sozialismus und Kommunismus zum Liberalismus
und bürgerlichen Republikanismus, sein positiver Anspruch an Demokratie
und seine Suche nach neuen Formen ihrer Wahrnehmung.
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