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Sitzung des Plenums
14. September 2000

Prof. Dr. Drs. h.c. Friedbert Ficker, Zwickau
Serbische Kunst des Mittelalters
zwischen Byzanz und Europa

In memoriam Johannes Irmscher
anlässlich seines 80. Geburtstages

Prof. Ficker (72) ist Kunst- und Kulturhistoriker und Mitglied der Leibniz-Sozietät seit 2000. Nach vielseitiger Ausbildung - bis hin zur Archäologie, Ägyptologie und Medizingeschichte - lehrte er seit 1966 an unterschiedlichen akademischen Bildungsstätten, zuletzt bis 1986 an der Universität München, wobei sein besonderes Interesse der Kunstgeschichte der Länder Südosteuropas galt. Die Frucht von über 20 Studienaufenthalten in Südosteuropa (ehemalige Länder Jugoslawiens, Rumänien, Bulgarien, Griechenland) schlug sich in zahlreichen Gastvorträgen, in mehreren Lexika sowie in Ausstellungen aus seiner privaten Sammlung nieder. Er ist Mitglied der Academia Scientiarum et Artium Europaea in Salzburg, der Oberlausitzischen Gesellschaft der Wissenschaften zu Görlitz sowie der Serbischen Akademie der Wissenschaften in Belgrad.

Die serbische Malerei des Mittelalters steht in einem Gefüge reger Wechselbeziehungen zwischen Byzanz und Italien (über die adriatischen Küstengebiete). Sie repräsentiert einen Glanzpunkt in der europäischen Kultur und Kunst, der mit seinen Schätzen bisher merkwürdigerweise von der UNESCO übersehen wurde. Stattdessen war er zumindest zum Teil im Kosovo-Überfall dem Bombenhagel und damit der Vernichtung protestlos preisgegeben.
Ähnlich wie in Bulgarien war im Mittelalter auch in Serbien die Kirche und damit auch die Kunst mit der weltlichen politischen Macht verbunden. Sie kündet damit nicht nur von der geistigen und religiösen Kultur Serbiens, sondern zugleich vom bewegten Auf und Ab seiner Geschichte als fester Bestandteil Europas - bis zu den schicksalsträchtigen Schlachten bei Cernomen an der Marica (1371) und auf dem Amselfeld (1389).

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Aktualisiert am: 03.11.2000