auch: Standardtheorie, Abk. ST
Bezeichnung für die in Chomsky, Aspects entwickelte Version der >GG, die eine Revision des in Chomsky (1957) entwickelten >Modells darstellt.
Zentrale Punkte des Aspekte-Modells sind (a) die Unterscheidung zwischen >Kompetenz vs. Performanz, (b) das Konzept bedeutungserhaltender >Transformationen und der durch diese vermittelten >Tiefenstrukturen und >Oberflächenstrukturen, (c) die Einbeziehung des Lexikons als Teil der >Basiskomponente, (d) die Behandlung der Semantik als eine die >Tiefenstruktur interpretierende Komponente.
Wie seine Vorstufen repräsentiert das Aspekte-Modell eine >Chomsky-Grammatik und somit ein >Modell abstrakter struktureller und funktionaler Aspekte der Sprache; durch das Konzept bedeutungsneutraler >Transformationen wurde jedoch eine neue Erfassung der >Rekursivität ermöglicht.
Rekursive Strukturen werden im Aspekte-Modell nicht mehr mit generalisierenden >Transformationen über einer endlichen Menge von Kernsatztypen erzeugt, sondern in der >Basiskomponente durch die rekursive >Phrasenstrukturregel NP → NP + S (S: Satz), welche die >Einbettung von S in eine >Nominalphrase erlaubt. Während dies im Aspekte-Modell die einzige rekursive Phrasenstrukturregel darstellt, werden in der >EST rekursive Strukturen ausschließlich in der Basis generiert.
N. Chomsky, Syntactic Structures. Den Haag 1957.
–Ders., Aspects of the Theory of Syntax. 1965.
[dt.: Aspekte der Syntax-Theorie. Übersetzt v. E. Lang. Frankfurt/Main 1968.]
A. Kasher (Hg.), The Chomskyan Turn. Cambridge, Mass. 1991.