Revidierte Erweiterte Standardtheorie

 

Abk. REST; engl. Revised Extended Standard Theory; frz. Théorie Standard Étendue Révisée (TSER); auch: Spurentheorie

 

Entwicklungsstufen der >GG zwischen 1973 und 1980, im Anschluss an die Erweiterte Standardtheorie (>EST) und als Vorstufen der >Rektions-Bindungs-Theorie (GB). Die entsprechenden Arbeiten konzentrieren sich auf Fragestellungen, die universale >Beschränkungen und >Filter für mögliche sprachliche Strukturen betreffen und auf die genauere Abgrenzung zwischen einzelnen sprachlichen Kenntnisbereichen (Lexikon, Morphologie, Syntax, Semantik und Phonologie).

In der REST setzen sich die folgenden Modifikationen der >GG durch:
(a) Beschränkungen der >X-Bar-Theorie (z.B. Jackendoff (1977)),
(b) die Annahme der universellen endozentrischen Strukturierung von Sätzen als Komplex [COMP S] (>COMP-Position, >Complementizer),
(c) der Verzicht auf spezifische Restriktionen für einzelne Regeln (>Extrinsische Regelordnung, >Zyklusprinzip),
(d) die >Beschränkung von transformationellen Regeln auf solche für Bewegung (>Move α),
(e) die Einführung abstrakter, sog. >Leerer Kategorien und
(f) Prinzipien für ihre Distribution (>ECP, >Spur, >PRO, >Pro-Drop-Parameter),
(g) die Verlagerung der semantischen Interpretation syntaktischer Strukturen auf die Ebene der (mit >Leeren Kategorien angereicherten) sog. S-Struktur (surface structure, >Oberflächenstruktur) bzw. der >Logischen Form.

 

Literatur

N. Chomsky, Essays on Form and Interpretation. New York 1977.

– Ders., Rules and Representations. Columbia 1980.
[dt.: Regeln und Repräsentationen. Frankfurt/Main 1981.]

– Ders., Three Factors in Language Design. LIn 2005/36, 1–22.

– Ders. & H. Lasnik, Filters and Control. LIn 1977/8, 425–504.

P. W. Culicover et al. (Hg.), Formal Syntax. New York 1977.

R. S. Jackendoff, X'-Syntax: A Study of Phrase Structure. Cambridge, Mass. 1977.

 

 

© Norbert Fries, Online Lexikon Linguistik. Berlin 2006 ff.
http://fries.anaman.de

last modified: Sat 24-Nov-2007